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Das Studentenleben im Vereinigten Köngireich : Die Perspektive einer Insiderin

Ich habe mein ganzes Leben lang in Großbritannien gelebt und bin seit zwei Jahren Studentin an der Universität von Stirling, Schottland. Während dieser Zeit habe ich entfernt von zu Hause gewohnt und studiert und bin in eine Kultur eingetaucht, die man “Studentenleben” nennt. Natürlich unterscheidet sich das Studentenleben von Ort zu Ort, aber ich glaube, es gibt einige wesentliche Punkte, die auf alle britischen Universitäten zutreffen. Mir persönlich gefallen alle Aspekte meines Studienalltags hier in Großbritannien und ich würde es zweifelsohne anderen weiterempfehlen.

Zuerst die Theorie: In Schottland dauert es vier Jahre, einen normalen Hochschulabschluss, ein sogenanntes honours degree, zu erlangen, in England drei. Dreijährige Programme sind auch in anderen Teilen Großbritanniens, in Wales und Nordirland verbreitet. Es gibt die Option, in Schottland einen Abschluss ohne Spezialisierung zu machen, der drei Jahre dauert, aber die vierjährige Variante ist üblicher.

Es ist wahrscheinlich, dass man bezahlen muss, um als Ausländer in Großbritannien studieren zu dürfen. Wenn man allerdings eine bestimmte Anzahl von Jahren in Schottland gelebt hat, bevor man sich bewirbt, muss man keine Studiengebühren zahlen. Als EU-Bürger kann man auch andere Rabatte bekommen, da die Heimuniversität bis zu 50% der Studiengebühren übernimmt. Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, sich für ein Stipendium zu bewerben oder während der Ausbildung von einer Firma gesponsert zu werden.

Als Nächstes: Ein Tag an einer typisch britischen Universität. Der Stundenplan einer Woche wird eine Mischung aus Vorlesungen und Seminaren (auch Tutorien genannt) beinhalten. Für jedes Semester wirst du eine vorgeschriebene Anzahl an Modulen (Klassen) auswählen müssen – zwischen zwei und zehn, je nachdem, wie intensiv sie sind. Wenn du deine Module auswählst, werden einige verpflichtend für deine Studienrichtung sein, aber oft haben Studenten eine gewisse Freiheit bei der Auswahl ihrer zusätzlichen Fächer. Im Gegensatz zu anderen Universitäten in Europa muss man keinen Sprachkurs besuchen, außer es wird für deinen Studienabschluss verlangt.

Nun zu den Studentenheimen: Alle Universitäten werden dir dazu raten, für dein erstes Jahr in ein Studentenheim zu ziehen. Dadurch kannst du neue Leute kennenlernen, Freunde finden und lernen, wie alles abläuft. Studentenheime unterscheiden sich voneinander in der Größe, dem Design und der Anzahl an Leuten, mit denen du deine Unterkunft teilst. In meinem ersten Jahr lebte ich auf einem Korridor mit 15 anderen und wir alle teilten uns die Küche, was mir gefiel, da ich so viele Leute kennenlernte. In einem Studentenheim zu wohnen ist eine großartige Erfahrung – alle befinden sich in der gleichen Situation, müssen erst Fuß fassen und versuchen, Freunde zu finden. Auch dein Sozialleben wird davon profitieren, schließlich finden die besten Partys in Studentenheimen statt!

Ein anderer wichtiger Aspekt des Studentenlebens im Vereinigten Königreich ist es, unter der Woche auszugehen. Bars und Nachtclubs haben oft spezielle Partys für Studenten mitten in der Woche, mit niedrigen Eintrittspreisen und günstigen Getränken. In meiner Universität zum Beispiel sind die Dienstage und Donnerstage die Tage, an denen man ausgeht. Natürlich sollte man am nächsten Tag noch in der Lage sein, seine Vorlesungen zu besuchen, aber es ist eine Tradition und man muss nicht bis zum Wochenende warten, um auszugehen und mit seinen Freunden Spaß zu haben.

Ein wichtiger Teil des britischen Studentenlebens sind Universitätsclubs und Sportteams. Viele Universitäten haben lustige Vereine wie zum Beispiel den “Club der Schokoladeliebhaber”, denen man beitreten kann, um neue Freunde zu finden, sich zu treffen und gemeinsam Spaß zu haben. Es gibt auch ernsthaftere Clubs wie zum Beispiel den Businessclub, die nützlich für dein Studium sein können. Wer einem Sportverein beitritt, wird Freunde finden und nimmt an Wettbewerben teil. Ich bin zum Beispiel dem Cheerleading-Club beigetreten und es war wirklich ein guter Weg, um neue Leute kennenzulernen.

Nach Großbritannien zu kommen, um auf deinen Abschluss hinzuarbeiten, ist nicht nur gut für deinen Lebenslauf, sondern auch eine großartige persönliche Erfahrung. Die Studentenkultur umfasst vor allem einen sozialen Aspekt. Du wirst die Möglichkeit haben, ständig neue Leute kennenzulernen und einen großen Freundeskreis aufzubauen. Britische Universitäten haben eine großartige Kultur, in die du eintauchen kannst – ich habe es gemacht und empfehle es unbedingt weiter.

Wichtige Ratschläge, um den Kulturschock im Vereinigten Königreich zu überwinden

Wenn du für ein Praktikum nach Großbritannien reist, wirst du dort sicherlich eine wundervolle Zeit haben. Trotzdem ist es wichtig, sich über die britische Kultur zu informieren, um einen Kulturschock zu vermeiden. Zuallererst müssen wir uns die Frage stellen: Was ist ein Kulturschock? Es ist das Gefühl der Angst und Verwirrung, das man vielleicht verspürt, wenn man in ein Land reist, das einem unbekannt ist. Es kann schwer sein, sich an die verschiedenen kulturellen Normen und Werte zu gewöhnen und der starke Kontrast zum Heimatland ist für manche ein anfänglicher Schock.

Es gibt einige Dinge, die Reisende verwirren können, wenn sie das erste Mal nach Großbritannien kommen. Wenn Briten jemanden zum ersten Mal treffen, geben sie sich zum Beispiel zur Begrüßung die Hand, anstatt sich auf die Wange zu küssen. Generell sind Briten reservierter, was den Körperkontakt und persönlichen Freiraum angeht, als Menschen aus anderen europäischen Ländern. Eine weitere Sache, auf die man achten sollte, ist die Tatsache, dass man in Großbritannien und Irland auf der linken Straßenseite fährt, was sich am Anfang sehr seltsam anfühlen kann, wenn man mit dem Auto oder einem Bus fährt, da man das Gefühl hat, alle würden einem entgegen kommen. Außerdem ist das Essen dort anders – das traditionelle englische Frühstück, zum Beispiel, mit Würstchen, Eiern, Speck, Toast, etc. kann anders sein als alles, woran du gewöhnt bist.

Hier sind einige Tipps, die gegen das Gefühl der Angst und des Unvertrauten helfen, wenn du nach Großbritannien reist:

Sei aufgeschlossen/tolerant/unvoreingenommen:
Es ist wichtig, objektiv zu sein und nicht zu urteilen, wenn man etwas über die Kultur des Vereinigten Königreichs lernt. Jeder ist mit seinen eigenen kulturellen Normen und Werten aufgewachsen, genauso du in deinem Heimatland. Nur, weil die Normen in Großbritannien anders sind, bedeutet es nicht, dass sie falsch sind. Wenn du unvoreingenommen bleibst, wird es einfacher für dich, zu lernen und zu verstehen, warum die Dinge so sind, wie sie eben sind. Engstirnig zu sein und die Dinge nicht so hinzunehmen, wie sie sind, wird dich auf lange Zeit nur noch besorgter machen. Versuche nicht, die neue Kultur mit der deines Heimatlandes zu vergleichen, sondern behandle einfach alles, was du lernst, als wertvollen Einblick in die Kultur Großbritanniens.

Lerne die Landessprache
Die Menschen werden deine Mühe zu schätzen wissen, wenn du versuchst, Englisch zu sprechen, da es dein Interesse und deinen Willen zeigt, etwas zu lernen. Halte dich nicht zurück, etwas zu sagen und habe keine Angst, dass du Fehler machen könntest. Niemand wird von dir erwarten, perfekt Englisch sprechen zu können – es ist ein Lernprozess und deine Kollegen/ Freunde werden das respektieren. Nichts ist bewundernswerter, als es zu versuchen und irgendwann wird es einfacher für dich werden, bis du dich nicht einmal mehr anstrengen musst. Es könnte für dich zu einer zweiten Muttersprache werden!

Lerne neue Leute kennen
Es gibt keinen besseren Weg, eine neue Kultur kennenzulernen, als mit den Einheimischen zu sprechen, und falls du dadurch neue Freunde gewinnst, ist das ein zusätzlicher Gewinn! Freunde in Großbritannien zu haben, wird deinen Englischkenntnissen auf die Sprünge helfen und außerdem dazu beitragen, dass du dich in deine neue Umgebung besser einlebst. Es ist immer toll, Leute zu finden, mit denen man seine Erfahrungen teilen und den sozialen Teil seines Praktikums verbessern kann.

Hab Sinn für Humor
Es ist sehr wahrscheinlich, dass du während deines Praktikums ein falsches Wort benutzt oder in einer Situation etwas Falsches tust. Wenn es passiert, ist es wichtig, nicht zu hart zu sich selbst zu sein. Lache einfach über deinen Fehler und die anderen werden mit dir lachen. Es ist ein Lernprozess und kann Spaß machen. Du wirst neue Dinge einfacher lernen, wenn du Fehlern, die du machen könntest, entspannt entgegentrittst und die anderen werden dich für deine positive Einstellung bewundern.

Wenn du dich an diese Tipps hältst und alles tust, um in deinem Praktikum voranzukommen, kann nichts schief gehen. Am wichtigsten ist aber: Hab Spaß!

Das Herz des Hauses: Die Küche

Kennst du den Ausdruck „Die Küche ist das Herz des Hauses”? Erst seit ich hier in New Romney angekommen bin, verstehe ich den Sinn dieses Satzes richtig, denn die Küche ist definitiv das Herz dieses Hauses. Hast du je darüber nachgedacht, wie viele verschiedene Dinge man in einer Küche machen kann? Ich selbst habe es nie, aber jetzt weiß ich Bescheid. Jedes Mal wenn ich etwas Spaß haben und mit Leuten zusammen sein möchte, gehe ich direkt in die Küche.

Siehst du die Küche nur als einen Ort, an dem Essen zubereitet wird? Das ist deine erste falsche Annahme. Es wäre korrekter zu sagen, dass es der Ort der interessantesten Experimente ist. Da wir alle essen müssen, müssen wir kochen und es ist wirklich einfach zu sehen, wer oft zu Hause kocht und wer ein totaler Neuling ist. Es ist wirklich interessant, dass die Zubereitung eines einfachen Abendessens eine Lebenserfahrung werden kann, voller Zweifel, Unsicherheit und Freundlichkeit, denn es gibt immer Leute, die Hilfe anbieten, wenn sie deine Notlage bemerken. Das Interessanteste ist der Kulturschock. Jeder kocht und isst verschiedene Mahlzeiten und probiert Rezepte anderer Länder. Ich kann dir versichern, dass es manchmal verdutzte Blicke oder Grimassen gibt, doch am Ende ist es immer eine angenehme Überraschung.

Bevor ich in dieses Haus kam, sah ich die Küche als ein Ort des Teilens, wo Leute zusammen essen und diskutieren, manchmal zusammen lachen und es ist ungefähr dasselbe hier, wenn nicht sogar mehr. Wir teilen hier mehr als nur Essen. Die Küche bedeutet hier das Entdecken neuer Talente und ich rede nicht nur vom Kochen, sondern auch vom Singen und Tanzen. Wir oft habe ich die Küche betreten und entdeckt, dass ich mit einer Art „Beyonce“ zusammenwohne? Und wenn es nicht Singen und Tanzen ist, ist es Schauspielern. Wir lieben es alle, die Gesten, Verhaltensweisen und Sprüche der anderen zu imitieren. Mit uns allen wird die Küche schnell zu einem Ort großartiger Komödien und Schauspielen.

Schlussendlich ist die Küche das Herz des Hauses aufgrund weniger offensichtlicher Gründe. Es ist der Ort, an dem wir zusammenfinden, der Moment, in dem wir Essen und auch Nahrung für den Geist teilen, wir teilen die Originalität der anderen. Die Küche ist hier definitiv der Ort, der den Geist des Hauses einkapselt: Freude, Verschiedenheit, Treffen und Zusammenhalt.

Ein Praktikum finden

Als meine Freundin und ich im September 2013 nach einem Praktikum suchten, stellten wir fest, dass es nicht so einfach war, eines zu finden. Weil in unserem Bildungssystem Praktika obligatorisch sind und wir unseres im Ausland absolvieren wollten, verbrachten wir viele Stunden damit, E-Mails zu versenden und versuchten, einen Praktikumsplatz zu finden. Die Tatsache, dass unsere Schule keine Auslandsverbindungen hatte, die uns interessierten, machte es noch schwerer, ein Praktikum zu finden. Wir beschlossen also, im Internet nach guten Möglichkeiten für unser letztes Praktikum vor dem Schulabschluss zu suchen.

Wir sind beide sehr an der Reise- und Tourismusindustrie interessiert und wollten beide unsere Sprachkenntnisse verbessern. Die Entscheidung, dass wir definitiv ins Ausland gehen wollten, war deshalb schnell getroffen. Aufgrund unseres gemeinsamen Interesses an Reisen und Tourismus und der Tatsache, dass wir beide eine Unterkunft zur Verfügung gestellt bekommen wollten, beschlossen wir erst mal, E-Mails an verschiedene Hotelketten und Hotels auf der ganzen Welt zu senden. Insgesamt verschickten wir fast hundert E-Mails. Manchmal schien es, als würden wir keine Stelle im Ausland finden und wir hatten Angst, dass wir in unserem Heimatland bleiben müssten. Doch anstatt aufzugeben, suchten wir weiter nach neuen Orten und schickten weiterhin noch viel mehr E-Mails an Hotels auf der ganzen Welt.

Als es unwahrscheinlich zu werden begann, ein Praktikum in der Hotelindustrie zu finden, beschlossen wir, die Bereiche auszuweiten, in denen wir gern arbeiten würden und wir hörten auf, uns nur auf Hotels zu konzentrieren. Stattdessen begannen wir, nach anderen Möglichkeiten zu suchen, wie Marketing und internationaler Handel. Doch obwohl wir uns nicht mehr nur auf Hotels konzentrierten, war es sehr schwer, ein Praktikum zu finden. Wir verbrachten Stunden um Stunden damit, nach einem passenden Platz für uns zu suchen.

Nach wochenlangem Suchen und E-mails-Versenden fanden wir schließlich einen Platz, von dem wir beide dachten, dass wir uns bewerben konnten. Nachdem wir uns beworben hatten, erhielten wir jeder eine E-Mail bezüglich Bewerbungsgesprächen für das Praktikum. Vor unseren Bewerbungsgesprächen waren wir beide nervös, wussten nicht, was uns erwartete, doch als es vorbei war, waren wir sehr erleichtert. An dem Tag, an dem wir unsere Annahmebestätigung empfingen, waren wir sehr aufgeregt und dann konnten wir die Vorbereitung auf das Praktikum beginnen. Glücklicherweise mussten wir uns nicht um eine Unterkunft oder Essen kümmern, da das Unternehmen alles bereitstellt. Das Einzige, wofür wir verantwortlich waren, war, unsere Flüge zu buchen, all den Papierkram fertigzumachen, unsere Koffer zu packen und dann waren wir endlich bereit, aufzubrechen.

Nachdem wir die Flugtickets gebucht hatten und den ganzen Papierkram erledigt hatten, waren wir sehr zufrieden mit uns. Die Tatsache, dass wir endlich ein Praktikum hatten, war ein wirklich beruhigendes Gefühl, denn nun mussten wir uns keine Sorgen mehr machen. Alles war nun bereit für unser letztes Praktikum vor dem Schulabschluss.

Ein Praktikum zu finden hat etwas Zeit in Anspruch genommen, aber das war es wert. Die Erfahrung, die du machst, wenn du dein Praktikum im Ausland machst, ist unverzichtbar. Es ist so anders als ein Praktikum, das du in deinem Heimatland absolvierst. Aber letztendlich liegt es an dir, wie du deine Zeit verbringst und welche Einstellung du zu deinem Praktikum hast.

Internship-UK: wo ich mich selbst wieder fand

Ich habe die letzten sechs Monate ein Praktikum in New Romney, einer Kleinstadt an der englischen Südküste, absolviert. Mein Ziel war es, mein Englisch zu verbessern. Und das war auch das Einzige, was ich vom Praktikum und von den anderen Praktikanten erwartete. Doch am Ende lernte ich noch viel mehr…
Bevor ich hier ankam, hatte ich immer sehr viel zu tun. Ich studierte, hatte zwei Jobs und arbeitete bei drei ehrenamtlichen Vereinen, wo ich viele Aufgaben hatte und viele Menschen sich auf mich verließen. Letzten Sommer habe ich das alles aufgegeben und bin nach England gegangen. Ich fűhlte mich, wie man mein ganzes Leben in Kisten packen, einmal gründlich aufräumen und einfach eine Pause einlegen. Und ich fühlte mich wohl bei Internship-UK, weil ich keine wichtigen Aufgaben hatte und niemand etwas von mir erwartete. Ich musste nur da sein und das machen, was mir gesagt wurde. Nach den ersten drei Wochen meinte eine Praktikantin, die schon ein bisschen länger da war: „Ich verstehe wirklich nicht, warum du nicht Vorgesetzte der Übersetzungsabteilung bist.“ Ich antwortete „Oh, das ist schon in Ordnung. Ich muss nicht immer ein Vorgesetze zu sein!“ Aber es stellte sich heraus, dass sie im Gegensatz zu mir voraussah, was passieren würde. Zwei Monate später wurde ich tatsächlich die Vorgesetzte der Übersetzungsabteilung. Ich übernahm immer mehr Aufgaben: ich führte die neuen Praktikanten in ihre Aufgaben ein, war für ein paar Tage Event Managerin und am Ende sogar House Managerin des Hauses, in dem ich wohnte. Ich war nun eine Person, die man um Rat, meine Meinung oder einfach nur um Hilfe bat. Und ein Praktikant, der noch nicht so lange in New Romney lebte, sagte „Na endlich!“, als ich ihm erzählte, dass ich nun House Managerin war. Noch jemand, der etwas in mir sah…. Ich denke, dass ich mir mit diesem Praktikum nur beweisen wollte, dass ich eine Person bin, die immer irgendwo eine führende Position übernehmen muss. Es scheint, als müssten wir alle uns von Zeit zu Zeit daran erinnern, wer wir wirklich sind!
Ein weiteres Beispiel: Vor meinem Praktikum dachte ich immer, dass ich nicht kochen kann (ich meine: so richtig!), aber hier war ich Küchenchefin und musste mit anderen das Mittagessen für 30 Personen vorbereiten… und den anderen hat das geschmeckt, was ich gekocht habe. Ich war von mir selbst überrascht, genauso wie meine Eltern, als ich es ihnen erzählte. Jetzt weiß ich, dass ich wirklich kochen kann. Es macht mir nur keinen Spaß!
Ich ging wieder ins Fitnessstudio und machte wieder Sport: einige seit langem mal wieder (wie Zumba und Boxen), einige, die ich schon immer mal ausprobieren wollte, für die ich aber nie Zeit hatte (wie Yoga). Mir wurde klar, wie viel ich die letzten Jahren verpasst hatte. Ich habe auch schon geschaut, ob ich mit all diesen Sportarten in meiner Stadt in Deutschland weitermachen kann.
Und ich habe noch etwas über mich gelernt: ich kann meinen Wohnraum mit 15 anderen Personen teilen! Ich habe ein paar Jahre allein gewohnt und war deswegen ein bisschen verwöhnt, bevor ich schließlich vor einem Jahr mit drei anderen Studenten in eine WG zog. Hier in New Romney lebt man mit mindestens 15 anderen Personen zusammen, und nicht nur das. Man wohnt mit den selben Leuten zusammen, mit denen man auch arbeitet, und man verbringt auch seine Freizeit mit ihnen. Manchmal ging mir das gewaltig auf die Nerven, vor allem, weil du dir diese Leute nicht ausgesucht hast und es vielleicht einige gibt, die du nicht so sehr magst. Manchmal fand ich es jedoch toll, diese Leute um mich zu haben und nie allein im Haus zu sein. Und in den sechs Monaten, die ich hier war, habe ich viele Leute kommen und gehen sehen. Unter ihnen waren ein paar wirklich tolle Leute, die ich bewundere und von denen ich viel gelernt habe. Ich habe mich daran gewöhnt, meinen Lebensraum mit anderen zu teilen, und deswegen ist es jetzt auch so schwer, wieder zu gehen. Doch leider muss ich gehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich viel über die Arbeit, über Führungsverhalten, Kommunikation, das Leben an sich, über Leute und schließlich über mich selbst gelernt habe. Ich habe mich an Dinge erinnert, die ich einfach vergessen hatte, weil ich die letzten Jahre viel zu beschäftigt war, um zu erkennen, was ich wirklich will.
Ich weiß jetzt wieder, was ich vom Leben erwarte, mit welchen Leuten ich meine Zeit verbringen will, welche Dinge mir Spaß machen und an welchen Ort ich gehöre. Und so schwer es auch ist: dieser Ort ist nicht New Romney und ich muss jetzt wirklich nach Hause gehen, wo meine Leute und neue Aufgaben auf mich warten!

Warum fahren die eigentlich auf der anderen Straßenseite?

Jeder weiß um diese merkwürdige englische Angewohnheit, auf der linken Straßenseite zu fahren. Aber es geht nicht nur darum. Dies bringt auch andere Konsequenzen mit sich.
Als ich gerade in Ashford angekommen war, traf ich George, einen Griechen, der in dem Unternehmen arbeitet, wo ich mein Praktikum machen sollte. Als wir aus dem Bahnhof kamen stellte ich zu meiner großen Überraschung fest, dass George ein „normales“, europäisches Auto fährt und kein englisches. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht war, denn ich wollte so gerne ein echtes, „merkwürdiges“, englisches Auto sehen. Aber meine Neugier wurde durch den ebenso merkwürdigen Straßenverkehr gestillt.
Tatsächlich fahren die Engländer auf der linken Seite und für andere Europäer ist dies ziemlich verwirrend, denn wir haben ständig das Gefühl, dass ein Geisterfahrer auf uns zukommt.
So geht es dir nicht nur, wenn du im Auto sitzt, sondern auch als Fußgänger. Man schaut für gewöhnlich zuerst auf die falsche Seite und denkt, dass die Straße frei sei. Man überquert sie dann einfach und plötzlich tauchen Autos auf, die einen fast überfahren.
Der Grund, warum die Engländer auf der linken Straßenseite fahren geht auf die Zeit der Französischen Revolution zurück. Vorher fuhr jeder auf der linken Seite, denn somit war es einfacher, das Schwert aus der Scheide zu ziehen. Um das Jahr 1300 machte Papst Bonifatius VIII. diese Tradition zum allgemeinen Gesetz für die Christenheit. Bis zur Französischen Revolution sollte sich daran auch nichts ändern. Dann setzte Robbespierre diese Regel außer Kraft um die Kirche herauszufordern. Später versuchte Napoleon (er war Linkshänder) diese Regel auf ganz Europa auszuweiten. Er scheiterte allerdings an der Eroberung Englands und konnte dort das Linksfahren nicht ändern. Die Engländer sagen, dass wir diejenigen mit der merkwürdigen Fahrweise sind, denn es ist besser mit der rechten Hand, der stärkeren, zu lenken. Wenn dem aber so ist, dann muss mir jemand erklären, wie man die Handbremse mit der linken Hand bedient.

Die englische Lebensweise entdecken

Großbritannien ist eines der meist gewählten Ziele für Studenten aus der ganzen Welt, vor allem aus Frankreich, denn man braucht nur zwei Stunden mit dem Zug um dorthin zu kommen.
Im Allgemeinen sind wir sehr aufgeregt, wenn wir ins Ausland gehen, dabei eine andere Lebensweise kennen lernen und zeitgleich unser Englisch verbessern. Während unserer Ausbildung müssen wir ein Praktikum im Ausland machen und England begrüßt jährlich viele Studierende, die ihr Englisch verbessern möchten. Ein Praktikumsplatz in London ist nicht so leicht zu finden. Da ist es in kleinen Ortschaften schon einfacher, wo es viele Unternehmen gibt, in denen Studierende ihr Praktikum machen können.
Als ich in England ankam musste ich nach Kent, einer Stadt, die zwei Stunden von London entfernt ist. Da ist mir ein Missgeschick passiert, denn ich hatte beim Ticketkauf London an Stelle von Kent eingegeben. Es war aber keine schlechte Erfahrung, denn so konnte ich mir London ansehen – eine Stadt, von der ich schon so viel gehört hatte.
Anfangs war ich enttäuscht, weil es den ganzen Tag geregnet hat, die Mauern in London farblos sind und ich hatte den Eindruck, dass alle Londoner traurig sind, vor allem in der U-Bahn.
In London ist alles viel teurer als in Frankreich und das System ist ganz anders: Hier kann man die Miete wöchentlich und nicht monatlich zahlen, die Autos fahren auf der linken Straßenseite und Schüler können bis zum 17. Lebensjahr kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
Ich musste zu dem Ort in Kent, wo ich mein Praktikum mache, gelangen, genauer gesagt nach New Romney und als ich dort ankam war ich völlig deprimiert, denn hier gibt es fast nichts, da wir auf dem Land sind. Es war ein Schock für mich, da ich aus der Großstadt komme und ich wollte einfach nur nach Hause zurück. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, hier zu leben und ich genieße es jetzt auch, weil es hier so viele Möglichkeiten sowie Orte zu besichtigen gibt und das Meer ist nur 10 Minuten zu Fuß entfernt.
Das Praktikum in Großbritannien ist eine einzigartige Erfahrung mit vielen Studierenden aus der ganzen Welt. Wir leben zusammen und lernen die Bräuche der anderen kennen, wir probieren zum Mittagessen Gerichte aus verschiedenen Ländern. Das beste daran ist, dass man mit den anderen Englisch sprechen muss, sonst können wir einander nicht verstehen. Man kann hier dank der täglichen Workshops auch echte Freundschaften schließen. Wir erfahren Dinge über uns selbst, die uns bisher nicht bewusst waren und lernen wichtiges über unsere Arbeitsumgebung, was es uns erleichtert, teilzuhaben und unsere Meinung auszudrücken über die Dinge, mit denen wir an der Arbeit konfrontiert werden. Das Leben hier ist sehr lustig und aufregend, denn wir haben alle ungefähr das gleiche Alter, wir arbeiten von Montag bis Freitag zusammen mit Managern und Abteilungsleitern, die sehr nett sind, zuhören und immer da sind, wenn wir Probleme haben.
Am Wochenende organisieren wir viele Ausflüge (einer davon war nach London), wir besuchen verschiedene Sehenswürdigkeiten wie Denkmäler und Kirchen und viele andere Orte, wo man sowohl shoppen als auch Sightseeing machen kann, zum Beispiel in Canterbury und vielen anderen Orten. Studenten haben ein erfülltes Leben hier, es ist eine gute Erfahrung und wir haben eine schöne Zeit. Als ich hier ankam, wollte ich einfach nur wieder nach Hause aber jetzt habe ich eine wunderbare Zeit hier mit tollen Menschen um mich herum.

Meine zweite Familie

Es war Sommer und ich hatte gerade die Wirtschaftsschule abgeschlossen; bereit, die Welt zu erobern. Nach umfangreicher Planung stand fest, dass ich nach England gehen würde, um ein Praktikum zu machen. Ich war 19 Jahre alt und hatte nie zuvor mehr als eine Woche von meiner Familie getrennt verbracht. Ich fühlte mich bereit dafür, hatte aber keine Vorstellung, worauf ich mich eingelassen hatte.
Wahrscheinlich war ich auch ein wenig zu selbstsicher, denn plötzlich war ich allein! Zum ersten Mal musste ich wirklich Verantwortung übernehmen. Ich musste an so vieles denken: aufstehen, kochen und das schlimmste von allem war meine eigene Wäsche zu waschen, was ich nie zuvor machen musste. Ich fühlte mich anfangs ganz schön verloren.
Aber ich lag falsch. Ich war nicht allein. Hier ist man rund um die Uhr mit anderen Leuten zusammen – man arbeitet und lebt mit ihnen. Natürlich hat es seine Vor- und Nachteile, so eng miteinander zu leben. Aber es gab mehr gute als schlechte und viele einzigartige Momente. Das Beste ist, dass ich hier meine zweite Familie gefunden habe. Ich habe die Erfahrung gemacht, wie es ist, Menschen kennen zu lernen, die sich ernsthaft um mich sorgen und für mich da sind.
Auch wenn ich versuche, stark und fröhlich zu erscheinen, dann waren die Gefühle einer 19-jährigen, die weit weg von ihrer Familie ist, manchmal doch sehr stark. Immer wenn mich diese Gefühle überkamen, musste ich nur um mich herum schauen und sah all diese erstaunlichen Menschen, die immer versucht haben, mich aufzumuntern. Durch sie nenne ich diesen Ort „Zuhause.“
Hier allein zu sein ist fast unmöglich, aber es ist genau das, was es so besonders macht. Wir haben so viele Momente gemeinsam erlebt, sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit, wenn wir großartige Ausflüge gemacht haben und die spaßigsten Partys hatten. Sogar in meinem Zimmer war ich nie lange allein. Immer hat jemand (oder auch mehrere Leute) an meiner Tür geklopft um zu schwatzen, herumzualbern, um Hilfe zu bitten oder einfach nur um zu sehen, ob alles in Ordnung ist.
Hier habe ich gelacht und geweint. Ich war glücklich und auch traurig. Ich habe mich stark aber auch schwach gefühlt. Eines aber ist sicher: Ich bereue nichts.
Meine Zeit hier geht nun zu Ende. Diesen Ort und die Menschen zu verlassen wird sehr schwierig. Sie sind Teil meines Lebens. Jeder einzelne hat mir etwas mit auf den Weg gegeben und ich habe so viel von ihnen allen gelernt. Ich bin wirklich dankbar für diese Erfahrung und für all die Menschen, die ich treffen konnte. Ich werde New Romney niemals vergessen sowie all die unglaublichen Menschen, die immer einen Platz in meinem Herzen haben werden.

Herausfinden, wer du bist mit Internship-UK

Internship-UK ist nicht nur eine Möglichkeit ein interessantes Praktikum zu machen, wo dir Verantwortung übertragen wird sondern auch eine Gelegenheit, mehr über dich selbst und die anderen zu erfahren, was diese Erfahrung so lohnend macht.
Wenn du im Büro ankommst, bleibt dir gar nichts anderes übrig, als dich anzupassen. Du musst englisch sprechen, auch wenn du es nicht besonders gut kannst. Scheue dich nicht, denn all die anderen Praktikanten sind aus den gleichen Gründen hier: Sie wollen ihr Englisch verbessern und Arbeitserfahrungen sammeln. Du brauchst dir auch keine Gedanken darüber machen, dass du Fehler machen könntest: Niemand ist perfekt! Ich sage dies mit besonderem Nachdruck, denn dir muss klar sein, dass dies der Schlüssel zu einem erfolgreichen Praktikum ist! Wenn du dich einbringst und motiviert bist, lernst du schneller und das nicht nur in Bezug auf deine Arbeit, sondern auch über dich selbst.
Leute kennen lernen, sich mit ihnen unterhalten, kochen, sauber machen, Wäsche waschen… bei Internship-UK wirst du unabhängig von deiner Familie und deinen Freunden, du findest heraus, wer du eigentlich bist und wirst dich dabei selbst überraschen. Ebenso ist es eine gute Möglichkeit offener zu werden und neue Kulturen sowie Lebens- und Denkweisen kennenzulernen.
Arbeitserfahrungen sammeln ist natürlich einer der wichtigsten Aspekte von Internship-UK, weil man während eines Praktikums für gewöhnlich nichts bedeutsames zu erledigen hat. Aber hier bekommst du die Möglichkeit Abteilungsleiter zu werden, wenn du zeigst, was du kannst und gute Arbeit ablieferst. Du bist dann für eine ganze Abteilung zuständig, was dich vor neue Herausforderungen stellt. Jedenfalls wirst du eine Menge Neues lernen, besser verstehen, wie ein Unternehmen funktioniert und erkennen, dass alle Abteilungen (Marketing, Personalwesen, Medien, Übersetzung, IT, Kundenservice) miteinander verbunden sind.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es eine beeindruckende Erfahrung ist, die du niemals vergessen wirst. Du lernst liebenswerte Menschen kennen und schaffst dir so ein Netzwerk an Freunden aus ganz Europa. Zur gleichen Zeit verbesserst du nicht nur deine Englischkenntnisse sondern auch deine praktischen Fertigkeiten.

Eine einzigartige Erfahrung – in beruflicher und menschlicher Hinsicht

Ich bin Zakiya, eine 20-jährige Studentin aus Frankreich. Zur Zeit bereite ich mich auf meinen Fachhochschulabschluss in Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Management vor. Diese Ausbildung schreibt ein 5-wöchiges Praktikum in einem internationalen Kontext vor, was ich nun benötige, um mein Semester zu beenden. Ich hoffe während dieses Praktikums wertvolle Arbeitserfahrungen zu machen und auch andere Kulturen sowie die Umgebung und den Lebensstil kennenzulernen. Das Praktikum in England kann in zwei komplementäre Teile zerlegt werden: den beruflichen und den menschlichen Aspekt.
Beginnen wir mit dem beruflichen Teil. Ich mache mein Praktikum in der Marketingabteilung und das erste, was ich an der Arbeit machen musste waren Tests. Es waren fünf Fragebögen, die jeweils aus 100 Fragen bestehen (Marketing, SEO, Social Media, Lebensmittelhygiene & Catering und Gesundheit & Sicherheit) und in denen wir ein bestimmtes Ergebnis erzielen mussten (z.B. 95%). Als dies erledigt war begann unsere Arbeit, die hauptsächlich in der Aktualisierung und Verwaltung von Landing Pages und sozialen Netzwerken besteht, um das Unternehmen zu vermarkten, für das wir arbeiten. Diese sind auch die vorrangigen Marketingwerkzeuge, mit denen wir hier arbeiten. Am Ende eines jeden Arbeitstages, zwischen 17 und 18 Uhr gibt es einen Workshop. Es ist eine interaktive Stunde, in der wir im Versammlungsraum verschiedene Themen diskutieren. Wir lernen bei dieser Gelegenheit voneinander in einer entspannten, freundlichen Atmosphäre.
Der menschliche Teil dieser Erfahrung begann, als ich in New Romney, einer Kleinstadt in Kent mit dem typisch britischen Charme und direkt am Meer gelegen, ankam. Ich hatte nicht erwartet, so schnell eine so wertvolle Erfahrung machen zu können. Die Leute hier sind nett, freundlich, warmherzig und sie geben dir sofort das Gefühl, zu Hause zu sein. Somit ist es auch nicht so schlimm, dass die Familie und Freunde weit weg sind. Ich bin wirklich glücklich darüber, hier zu sein und für Studio-solution.com arbeiten zu können, vor allem durch meine wunderbaren Kollegen. Die Leute, die hier leben und arbeiten kommen aus ganz Europa: Frankreich, Belgien, Deutschland, Dänemark, Italien, Spanien, Griechenland, Polen… Ich denke, dass dieser kulturelle Mix das beste an diesem Unternehmen ist.
Ich hatte vorher bereits Betriebspraktika gemacht, aber sie waren anders. Ich hatte nie zuvor eine Arbeitsumgebung wie diese. Hier kann man sogar seine Englischkenntnisse anwenden. Am Ende werde ich mit unvergesslichen Erinnerungen und Freunden nach Frankreich zurückkehren.